Industrielle Hochzeit Schweiz

Eine alte Betonfabrik voller Blumen und Kerzen

So sehr ich auch die Natur, das darin Umherwandern und Entdecken mit dreckigen Stiefeln und nassen Mänteln liebe, so haben mich alte industrielle Gebäude schon immer irgendwie fasziniert. Vielleicht ist dies einfach nur eine weitere Macke von mir, aber auf eine gewisse Art und Weise mag ich den Dreck auf dem Boden, den Staub in der Luft, diesen irgendwie alten Duft in der Nase und diese beinahe mystische Atmosphäre, die über Jahre und Jahre entsteht. So habe ich auch schon oft mit dem Gedanken gespielt, selbst einmal ein einem solchen Gebäude zu heiraten, doch Sandy und Daniel sind mir zuvorgekommen. Und das ist auch gut so. Denn ich war nicht nur unheimlich begeistert davon, dass die beiden in einer alten Betonfabrik heiraten wollten, es fühle sich auch irgendwie ein bisschen so an, als ob ich meine eigene Hochzeit planen würde.

Sandy und Daniel sind ein unglaublich tolles und was Hochzeit betrifft auch ein sehr spezielles, vor allem aber nicht-traditionelles Paar. Ich meine, sie wollten im Nova Brunnen Areal heiraten, einem verlassenen alten Industriegebäude ohne Strom und Toiletten, dafür aber mit umso mehr Staub und Dreck. Doch mit viel leerem Platz kann man auch vieles Erschaffen. Im Grunde perfekte Bedingungen für Sandy als unglaublich talentierte Floristin und einem ganzen Haufen an spontanen wie hilfsbereiten Freunden. Zusammen verwandelten sie diese alte Betonfabrik ziemlich freestyle in nur wenigen Tagen in eine der schönsten Hochzeitslocations, die ich je gesehen habe. Was sie jedoch nicht erwarten konnten war das schöne, Schweizer Wetter. Es war Ende April und der Wetterbericht prognostizierte kurzfristig Minustemperaturen samt Schnee. Und so schön die Betonfabrik auch anzusehen ist, für Schnee ist sie mit ihren offenen Wänden und Fenstern definitiv nicht ausgelegt. Doch spontan wie die beiden sind, organisierte Daniel einen Tag vor der Hochzeit noch schnell Heizpilze, um der Kälte wenigsten ein bisschen entgegenzuwirken.

Okay, lasst uns zum Hochzeitstag kommen. Ein Tag, der definitiv zu den entspanntesten und unkompliziertesten gehört, die ich jemals erlebt habe. Zunächst zogen sich Sandy und Daniel in Rekordgeschwindigkeit zusammen in einem Hotelzimmer an, wobei sich Daniel noch spontan entschied, was er zur Hochzeit anzieht. Anschliessend gab es genau einen Programmpunkt: Die Gäste kommen um vier. Genau. That’s it. Und der Rest war – wie bereits erwähnt – einfach nur unheimlich entspannt. Es gab tolles Essen, leckere Getränke, ein paar Schneeballschlachten, ein Konzert von Mark Amacher, eine mega Party und eine wahnsinnig schöne und emotionale Trauung irgendwo dazwischen. Alles am gleichen Ort und ohne Zeitplan. Dafür aber mit ganz viel Liebe und Stimmung, die das kalte Betongebäude schnell aufwärmte.

Alles in allem war es ein unvergesslicher Tag, welcher mir einmal mehr zeigte, was mit Vorstellungskraft, Kreativität, Spontaneität und Wille als möglich ist. Liebe Sandy und lieber Daniel, vielen Dank, dass ich ein Teil eures Tages sein durfte, es war mir eine Ehre.

 

 

Gemeinsam durch Staub und Dreck

Okay. Dies ist der zweite Teil der unglaublich tollen industriellen Hochzeit von Sandy und Daniel. Und dieses Mal geht es um nichts anderes, als um die beiden und ihre Liebe. Wir liefen auf dem Areal umher, nicht einfach nur um ein Plätzchen zu finden, sondern auch einfach um zu entdecken. Und es gab so viel zu entdecken! Wie ein Gebäude direkt neben der Betonfabrik, in welchem sich hunderte alte Autoreifen stapelten. Und ihr glaubt gar nicht, wie dreckig und staubig dort alles war. Doch Sandy und Daniel war das alles völlig egal! Ohne jegliches Zögern oder irgendwelche Bedenken, folgten sie mir über Autoreifen und wackelige Metalltreppen bis in die hintersten Ecken des Areals und machten mich dadurch zum glücklichsten Hochzeitsfotografen der Welt. Es fühlte sich einfach irgendwie besonders an, und irgendwie magisch. Und mir wurde einmal mehr bewusst, wieviel Vertrauen ich von anderen Menschen geschenkt bekomme, wofür ich wahnsinnig dankbar bin. Dies ist wirklich keine Selbstverständlichkeit. Daher möchte ich euch, Sandy und Daniel nochmals von Herzen danken. Für eure Gelassenheit, eure Art, die tolle Zeit zusammen und das aussergewöhnliche Abenteuer, das wir zusammen erlebt haben. Ich werde es nicht vergessen.