Hochzeit Positano Amalfi Küste

Manchmal regnet es auch in Positano

Ich will ganz ehrlich sein. Gerade habe ich keinen Blassen was ich schreiben soll. Nach den gemeinsamen Tagen mit Kristina, Pascal und ihren Gästen in Positano, gibt es einfach so unglaublich viel zu erzählen und das meiste davon würde diesem Tag und den Menschen, den ihn so einzigartig gemacht haben, nicht ansatzweise gerecht werden. Daher beginne ich einfach mal mit einigen Anekdoten, die mir spontan durch den Kopf schiessen und die mich sofort wieder mit einem Bein in Positano verweilen lassen. Quasi für einen ersten Überblick und in der Hoffnung, dass ihr euch ein ungefähres Bild machen könnt.

Eins. Manchmal kommt ja bekanntlich alles zusammen. Im Fall von Kristina & Pascal aber noch ein bisschen mehr. So waren kurz vor der Hochzeit nicht nur mehrere Gäste krank, es lagen auch beide Mütter im Spital, eine Trauzeugin von Kristina brach sich einen Wirbel und durfte eigentlich nicht einmal fliegen und einem Trauzeugen von Pascal musste ein Bein amputiert werden. Jap, richtig gelesen. Und trotzdem waren alle da!

Zwei. Die Villa, in der die gesamte Hochzeit stattfand und auch gleich ein paar Gäste einquartiert wurden, bot zwar eine beeindruckende Aussicht über ganz Positano, war daher aber auch deutlich höher gelegen. Zudem war die Angabe, dass es sich nur um ein paar wenige Treppenstufen handle und das gesamte Gepäck von Mitarbeitern hochgebracht würde, nicht ganz korrekt. So liefen wir die gefühlten fünfhundert Tritte bei dreissig Grad im Schatten ganze vier Mal hoch und runter. Fix und fertig gab es anschliessend erstmal eine Abkühlung im Pool und eine Dusche für alle.

Drei. Irgendwann am Nachmittag wurde Kristina gefragt, ob denn Martina und ich als Freunde oder Fotografen an der Hochzeit seien. Die Antwort von Kristina: Als Freunde! Und das obwohl wir uns vor der Reise erst zwei Mal in unserem Leben begegnet sind. Aber ja, wir sind Freunde und es hat sich auch irgendwie kein bisschen nach Arbeit angefühlt.

Vier. Als Überraschung sang Pascal während der Trauung zusammen mit seiner Schwester den Song „Lieblingsmensch“, wobei ich selbst schon leicht wässrige Augen hatte. Als ich dann aber links rüber zu Martina gesehen habe, sah ich wie beinahe wasserfallartige Bäche über ihre Wange flossen und sie sogar ein paar Taschentücher von Gästen bekommen hat. Danach war auch für mich erstmal eine Minute lang Schluss, bevor wir uns wieder erholt hatten.

Fünf. Mit ein Grund, warum sich die beiden für Positano entschieden haben, war das Wetter. Sie wollten auf jeden Fall viel Sonne und Pascal checkte dafür bereits ein Jahr zuvor den Wetterbericht, sah sich Regenstatistiken an und war sich im Grunde sicher, dass es schön werden wird. Und obwohl die gesamte Amalfiküste am Morgen der Hochzeit noch in dicke Wolken gehüllt war, kam es auch so. Also zunächst. Denn gerade als die beiden den First Dance hinter sich gebracht hatten und zum ersten Song danach tanzten, fielen dicke Wassertropfen auf uns hinunter. Und es wurde nicht besser. Im Gegenteil. Wir wurden live Zeugen eines Jahrhundertgewitters, das in Position noch kaum jemand so erlebt hatte. Also kurz alles unter die Arme gepackt, die Tanzfläche geräumt und rein in die Villa. Draussen füllte sich die Plane über der oberen Terrasse soweit mit Wasser, dass die Dachkonstruktion einzustürzen drohte, sodass die Mitarbeiter der Villa kurzerhand die Plane aufschlitzten. Anschliessend fiel mehrmals der Strom aus und wir machten es uns im Wohnbereich der Villa gemütlich. Die Party ging aber genau gleich weiter. Nur etwas nasser.

Sechs. Als überall Kerzen entzündet und es langsam angenehm heimelig wurde, entflammte plötzlich ein Blumenstrauss auf einer Holzkommode. Blitzschnell reagierte Kristina und kippe ein Glas Bier, das vor ihr stand, darüber. Der Brand war gelöscht, die Kommode voller Bier. Doch gerade als sie dieses aufwischen wollte, kam einer ihrer Lieblingssongs und so war die Kommode auch noch am nächsten Morgen voll mit Bier.

Sieben. Apropos nächster Morgen. Die Villa hätte nach einer Hochzeit noch nie zuvor so schlimm ausgehen. Spricht aber eigentlich nur für die Party.

Acht. Wir hatten fest geplant, den After Wedding Shoot zwei Tage nach der Hochzeit irgendwo an der Amalfiküste zu machen. Doch als wir uns am nächsten Tag sahen, merkten wir schnell, dass daraus wahrscheinlich nichts wird. Kristinas Kleid war nämlich auf einer Seite von oben bis unten schwarz. Doch das ist noch nicht alles. Während Pascal seiner Schwiegermutter mitteilte, wie sehr er sie doch liebt, setzte er sich gemütlich in die Hochzeitstorte. Zudem war das ursprünglich weisse Hemd mittlerweile rot, weil die nasse Fliege abfärbte und zu guter Letzt half beim Ausziehen des Kleides nur noch ein beherzter Riss, womit auch die Knöpfe des Kleides Geschichte waren.

Neun. Weil ich beim hochscrollen gerade erschrocken bin, wieviel ich schon wieder geschrieben habe, möchte ich mit dieser letzten Anekdote auch gleich zum Ende kommen. Am zweiten Abend nach der Hochzeit waren Kristina & Pascal bereits wieder ein paar Dörfer weitergefahren, um ihre Flitterwochen zu beginnen. Daher assen wir nochmals mit Leander (der übrigens eine sensationelle Trauung abgehalten hat), den Eltern von Kristina und ihrer Grossmutter zusammen und liessen die Tage Revue passieren. Wir verbrachten einen letzten, gemütlichen Abend in Positano und umarmten uns zum Abschied mit Tränen in den Augen. Denn wir wussten, dass gerade eine ganz besondere Geschichte ihr Ende fand.

Liebe Kristina, lieber Pascal und alle anderen, die dabei waren. Vielen Dank für alles! Es war ein grossartiges Abenteuer und ich bin mir sicher, dass wir zusammen ein kleines bisschen Geschichte geschrieben haben.