HOCHZEIT IM ENGADIN

SIE TROTZDEN DER KÄLTE MIT WÄRME IN DEN HERZEN

Herbst, Schweizer Berge, eintausendundsiebenhundert Meter über Meer, weniger als drei Grad Celsius, bewölktes und stürmisches Wetter, ein umwerfendes Paar und eine mega Hochzeitsgesellschaft. Als jemand, der es etwas kälter und bewölkter mag, konnte es es eigentlich kaum besser sein. Okay, so zwei oder drei Grad mehr wären auch drin gelegen, denn es war (sorry) scheisse kalt während der Trauung. Und ich hatte eine Jacke an. Lea nicht. Nur das Brautkleid und einen Schal. Und sie beschwerte sich kein bisschen darüber. Chapeau! Ganz nach meinem Geschmack. Auf jeden Fall konnte das Wetter und die Kälte niemandem was anhaben – und der Stimmung schon gar nicht. So war die Entscheidung, die Trauung draussen an einem schönen Plätzchen hinter dem Hotel abzuhalten, einfach perfekt.

Die Trauung, abgehalten von einem Freund von Lea und Stefan, war wahnsinnig persönlich und emotional. Und ja, auch ich hatte hin und wieder eine klitzekleine Träne in den Augen. Der Rest des Tages war geprägt von Freude, Lachen und einer mega Stimmung, mit welcher die Kälte quasi mit dem kleinen Finger in die Knie gezwungen wurde. Ein bisschen später, als es allmählich dunkel wurde, zogen Lea, Stefan und ich noch für knappe zehn Minuten los, um kurz ein paar Fotos in dieser wahnsinnig tollen Stimmung zu machen. Ich hätte zwar noch Stunden draussen und frierend mit ihnen verbringen können, doch zehn Minuten waren völlig ausreichend (alles andere würde auch nicht zu meiner Philosophie passen, da ich fest davon überzeugt bin, dass die Zeit mit Familien und Freunden am Hochzeitstag viel zu wichtig ist, als sie für Portraits zu nutzen). Dennoch bin ich immer noch angetan von den paar Minuten auf dem Turm des Hotels mit diesem atemberaubenden Blick über die Berge, die langsam von der Nacht eingenommen wurden. Zurück im Hotel war es Zeit für ein unfassbar gutes Dinner sowie tollem Wein und Champagner (für den sie übrigens extra in die Champagne fuhren). Anschliessend heitzen dann nicht nur ein, sondern gleich drei DJs so richtig ein und die Leute gingen ab wie verrückt. Der Wahnsinn! Und ein perfektes Ende meiner Hochzeitssaison Zweitausendundsechzehn.